22.11.2014                                                                             

22.11.1994, a never ending story...

Damals wie heute waren meine große Leidenschaft die Tiere, besonders Pferde. Ich konnte es kaum erwarten, von meinem ersten Geld mein erstes eigenes Pferd zu besitzen, natürlich sollte es ein Tier Not sein. Im Spätsommer 1994 war es dann soweit, ich kaufte Balou, wie ich ihn taufte, direkt vom Schlachttransport Polen-Italien beim Zwischenstop beim Händler in Deutschland.

Balou, klapperdürr, übersät mit Wunden und Narben, klapprig auf den Beinen und sein Blick sprach Bände...

Kurz nach Ankunft im ausgewählten Stall begann dann das Drama. Balou schwitzte, zitterte, hustete und rotzte stark. Also war der erste Akt nicht schönes Halfter aussuchen, sondern einen Tierarzt. Sein erster, nüchterner Kommentar:"Bring den zurück, der war gedoped!". Nach verzweifeltem Gegenreden stellte er dann widerwillig eine verschleppte Bronchitis und dicke Beine vom Transport in Aussicht. Von nun an kam der Tierarzt mindestens jeden zweiten Tag und spritzte und behandelte und spritze...! Zwischen Arbeit, Pferd versorgen und Tierarztbesuchen fand ich immer noch die Zeit, dem Händler Ärger zu machen für Balou und die anderen, armen Pferde und Ponys. Nach einigen Wochen war Balou austherapiert, mehr ging nicht. Es war nicht deutlich besser, aber auch nicht schlechter geworden. Zunächst war ich enttäuscht vom Tierarzt, aber er hatte mit ALLEM sowas von Recht gehabt und seine Praxis ist bis heute die Tierarztpraxis meines Vertrauens, die mich seit 20 Jahren durch meinen Tierschutzwahnsinn begleitet! In der Zwischenzeit hatte ich den Händler dazu gebracht, wenigstens die Kosten zu übernehmen und in einem Anflug von Naivität glaubte ich an einen Teilsieg, nun sollte der Kampf für die anderen Pferde beginnen. Doch weit gefehlt, als ich am Morgen des 22.November 1994 zum Stall kam, fand ich Balou mit durchgeschnittener Kehle, in einer riesigen Lache seines Blutes liegend, vor. Dieser Moment ist mit Worten nicht zu beschreiben!!!

Die Polizei unternahm mangels Augenzeugen nichts und schickte mich weg. An diesem Tag endete mein größter Traum vom eigenen Pferd in meinem größten Alptraum! An diesem Tag endete das, was mal als Tierschutz begonnen hatte und es begann mein scheinbar nie enden wollender Kampf gegen das Tierelend.

Balou hat die Weichen für mein ganzes, weiteres Leben gestellt: BEDINGUNGSLOS IMMER GERADEAUS............!

R.I.P. BALOU

Passfotos einiger Bewohner

Futterspendenmöglichkeiten finden Sie in der "Wunschbox"!

*Halloweenhorror*